BVG- und Anlagelexikon

Hier werden die wichtigsten Begriffe aus dem BVG- und Kapitalanlagenvokabular erklärt. Diese Auflistung wird laufend ergänzt.

Inhalt

 

Anlagekategorien

Aktie: Wertpapier, welches einen Teil des Eigenkapitals einer Unternehmung darstellt. Obligation: Schuldverschreibung mit einer festen Laufzeit und einem meist festen Zinssatz. Derivat: Finanzkontrakt, dessen Preis vom Kurs eines Basiswertes abhängt (Aktie, Aktienindex,Währung, etc.) Future: Termingeschäft, welches an einer Börse gehandelt wird. Cash: Kapitalanlage in Bargeld, welche in Schweizer Franken oder Fremdwährungen erfolgt. Immobilie: Investition in Wohn- und / oder Gewerbeliegenschaften. Zum Seitenanfang

Anlagereglement

Regelwerk, welches im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben die Grundsätze, Richtlinien, Aufgaben und Kompetenzen bei der Bewirtschaftung des Vermögens einer Vorsorgeeinrichtung festlegt. Zum Seitenanfang

Arbeitgeberbeitragsreserve

Die Arbeitgeber können ihre Prämien im Voraus in die so genannte Arbeitgeberbeitragsreserve einbezahlen und daraus laufend abbuchen lassen. Arbeitgeberbeitragsreserven sind für Unternehmen ein attraktives Steuerplanungsinstrument. Die Steuerbehörde akzeptiert eine Arbeitgeberbeitragsreserve im Ausmass des fünffachen Jahresbeitrages des Arbeitgebers. Zum Seitenanfang

Asset-Allokation

Aufteilung des Vermögens nach verschiedenen Anlagekategorien, siehe unter strategische und taktische Asset-Allokation. Zum Seitenanfang

Auffangeinrichtung (Stiftung Auffangeinrichtung BVG)

Eine von den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden eingerichtete, privatrechtliche Stiftung. Ihr werden Arbeitgeber zwangsweise angeschlossen, welche ihrer Verpflichtung zur beruflichen Vorsorge für ihr Personal nicht nachkommen. Ausserdem können Arbeitgeber oder Einzelpersonen freiwillig beitreten. Zum Seitenanfang

Aufsichtsbehörden

Bundesbehörden und Kantonsbehörden, welche überwachen, ob die Personalvorsorgeeinrichtungen die gesetzlichen Bestimmungen einhalten. Zum Seitenanfang

Basispunkt

Einheit, welche den hundertsten Teil eines Prozents bzw. den zehnten Teil eines Promilles repräsentiert. Zum Seitenanfang

Basiswert

Titel oder Index, worauf sich ein Derivat bezieht, zum Beispiel eine Aktie. Zum Seitenanfang

Beiträge

Die Pensionskassenbeiträge bestehen aus der Altersgutschrift selbst, den Prämien zur Deckung der Risiken Tod und Invalidität, den Beiträgen an den Sicherheitsfonds und den Verwaltungskosten. Vor allem Risikoprämien und Verwaltungskosten variieren bei den einzelnen Anbietern stark. Die Beitragszahlungen werden quartalsweise als Akontozahlungen geleistet, die definitive Abrechnung erfolgt am Jahresende. So entfallen die aufwändigen Mutationen bei personellen Veränderungen und die Verwaltungskosten können niedrig gehalten werden. Die Zusammensetzung der Beiträge ist einfach nachvollziehbar und wird für jeden Versicherten wie im folgenden Beispiel exakt aufgeschlüsselt:

  Jahresbeitrag gesamt Mtl. Arbeitnehmeranteil Mtl. Arbeitgeberanteil
Sparbeitrag CHF 8‘608 CHF 359 CHF 359
Risikobeitrag CHF 2‘528 CHF 105 CHF 105
Verwaltungskosten CHF 220 CHF 9 CHF 9
Betreuungskosten CHF 70 CHF 3 CHF 3
Total Prämie CHF 11‘426 CHF 476 CHF 476

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Beitragsbefreiung

Im Falle einer Invalidität finanziert die Vorsorgeeinrichtung die Beiträge für die Alters- und Todesfallleistungen. Somit sind die betroffene versicherte Person und deren Arbeitgeber von der Beitragszahlung befreit. Zum Seitenanfang

Bonität

Qualität eines Kapitalmarktschuldners gemessen an seiner Zahlungsfähigkeit und seiner Kreditwürdigkeit. Zum Seitenanfang

BVG

Das Berufliche Vorsorgegesetz (BVG) ist seit 1985 in Kraft und sieht die obligatorische Versicherung aller Arbeitnehmerinnen und -nehmer ab einem Jahreseinkommen von CHF 21'150 vor (Stand 2017). Neben der Altersvorsorge werden auch die Risiken Tod und Invalidität abgedeckt. Es handelt sich um ein Rahmengesetz, welches Mindestleistungen definiert und Zusatzleistungen, als so genanntes Überobligatorium, ermöglicht. Zum Seitenanfang

BVG-Registrierung

Vorsorgeeinrichtungen, welche das BVG-Obligatorium durchführen, werden in das Register für berufliche Vorsorge eingetragen. Damit wird festgestellt, dass die reglementarischen Bestimmungen, die Organisation, die Finanzierung und die Verwaltung in Beachtung der Vorschriften über die Parität vollständig dem BVG angepasst sind (Art. 8 Abs. 2 und Art. 9 BVV 1). Zum Seitenanfang

Care-Management

Bei langwierigen Erkrankungen unterstützen Vorsorgeeinrichtungen ihre Versicherten dabei, sich rasch wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren. In Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern können dank diesem so genannten Care-Management oftmals Invaliditätsfälle vermieden werden. Zum Seitenanfang

Deckungsgrad

Der Deckungsgrad ist das Verhältnis zwischen vorhandenem Vermögen (inkl. Überschüsse und Kursschwankungsreserven) und Verpflichtungen für die Aktiven und Rentner. Bei einem Deckungsgrad von zum Beispiel 105 % bestehen 5 % Reserven. Zum Seitenanfang

Depotbank/Global Custodian

Ein Institut, welches die Wertschriftenverwaltung und -buchhaltung unter Berücksichtigung sämtlicher bestehenden Wertschriftendepots eines institutionellen Investors (zum Beispiel Pensionskasse) zentral führt. Zum Seitenanfang

Diversifikation

Systematische Verteilung des Anlagevermögens zur Minimierung der spezifischen Risiken, von einzelnen Anlagekategorien, Währungen, Branchen oder Titeln. Zum Seitenanfang

Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA)

Die FINMA beaufsichtigt die Banken, Versicherungen, Börsen, Effektenhändler und kollektiven Kapitalanlagen. Die FINMA erteilt Bewilligungen, prüft und genehmigt Versicherungsprodukte, kontrolliert die Jahresrechnungen und überwacht die laufende Geschäftsführung.Zum Seitenanfang

Einkauf

Um die gemäss Reglement maximal möglichen Leistungen zu erreichen, können aktive Versicherte sich durch Einzahlungen in eine Vorsorgeeinrichtung ein- oder zurückkaufen. In der Regel kann die einbezahlte Summe vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden, allerdings gibt es hier Einkaufsbegrenzungen und die vorgängige Rücksprache mit der zuständigen Steuerbehörde ist ratsam. Zum Seitenanfang

Emittenten

Institution, welche Wertpapiere ausstellt und ausgibt. Zum Seitenanfang

Ergebnis aus eigener Versicherungstätigkeit

Diese Saldoposition entsteht in der Betriebsrechnung nach Swiss GAAP FER 26, nachdem die gesamten Vorsorgekapitalien, Rückstellungen, etc. gebildet wurden. Dieser Begriff hat also nichts mit einer Versicherungstätigkeit im engeren Sinne zu tun. Zum Seitenanfang

Excess of Loss-Rückversicherung

Die Excess of Loss-Rückversicherung deckt sehr kostenintensive Einzelereignisse infolge Tod oder Invalidität ab. Verstirbt zum Beispiel ein Versicherter mit einer sehr hohen Todesfallleistung, trägt die Vorsorgeeinrichtung nur einen Teil dieses Risikos, den Rest übernimmt die Excess of Loss-Rückversicherung. In Kombination mit einer Stop Loss-Rückversicherung bietet dies hohe Sicherheit bei kostengünstigen Prämien. Zum Seitenanfang

Financial Futures

Financial Futures sind an der Börse gehandelte Terminkontrakte, die dazu berechtigen, gewisse Finanzinstrumente an einem festgelegten Termin zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Zum Seitenanfang

Freizügigkeitsleistung

Beim Stellenwechsel wird die bis dahin angesammelte Summe der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge an die neue Vorsorgeeinrichtung oder auf Freizügigkeitskonti resp. -policen bei Banken bzw. Versicherungsgesellschaften überwiesen. Zum Seitenanfang

Hedge-Funds

Fonds, die sehr aktiv investieren und deren Ziel es ist, eine möglichst hohe absolute Rendite zu erzielen. Zum Seitenanfang

Index

Statistische Kennzahl, mit der Veränderungen gegenüber einem früheren Zeitpunkt (z. B. Preis- oder Kursbewegungen) ermittelt werden. Der Index wird als gewogenes, arithmetisches Mittel von Messzahlen mit gleicher Basisberichtsperiode erfasst. Ein Aktienindex ist ein Preisindex oder ein Performanceindex, der die durchschnittliche Kursentwicklung des Aktiensektors insgesamt oder einzelner Branchen darstellt. Ausgangspunkt ist das Kursniveau an einem bestimmten Tag. In Aktienindizes sind häufig die wichtigsten Papiere eines Landes (etwa im Swiss Market Index SMI) oder einer Branche (Dow-Jones-Index für Industriewerte) versammelt. Zum Seitenanfang

Indexinstrumente

Anlagen, welche in ihrer Zusammensetzung einen Index (z. B. SMI-Aktienindex) abbilden.

Im Gegensatz zu den klassischen Anlagefonds müssen sie nicht laufend aktiv bewirtschaftet werden und sind dadurch kostengünstig und sicherer. Dennoch erzielen Indexinstrumente vergleichbar attraktive Renditen, da die Performance eines Anlagefonds nur sehr selten die Indexwerte übertrifft. Zum Seitenanfang

Kapitalgarantie

Der Begriff stammt aus dem Versicherungsvertragsgesetz von 1912. Dieses regelt das Geschäft zwischen Privaten und Lebensversicherungen. Demnach müssen Lebensversicherungen sicherstellen, dass sie das angesparte Kapital jederzeit vollumfänglich auszahlen können. Zum Seitenanfang

Kassentypen

Das System der berufliche Vorsorge unterscheidet zwei Kassentypen: Die leistungsorientierten (Leistungsprimat) sagen einen festen Prozentsatz des versicherten Lohnes als Rente zu, die beitragsorientierten (Beitragsprimat) bilden durch prozentuale Abzüge vom Lohn das Alterskapital, welches als Gesamtsumme oder monatliche Rente ausbezahlt wird. Zum Seitenanfang

Kongruente Rückversicherung

Die kongruente Rückversicherung deckt die Todes- und Invaliditätsrisiken einer Vorsorgeeinrichtung vollständig ab. D. h., alle entsprechenden Kosten werden von der Versicherung übernommen. Zum Seitenanfang

Koordinationsabzug

Gemäss Gesetz müssen nur Lohnanteile zwischen CHF 21'150 und CHF 84'600 im BVG versichert werden. Die ersten CHF 28'200 sind in der 1. Säule (AHV/IV) versichert. Als Koordinationsabzug werden CHF 24'675 vom gemeldeten Bruttolohn des Versicherten abgezogen. Der gemäss BVG maximal versicherbare Lohn beträgt somit CHF 59'925 (CHF 84'600 abzüglich CHF 24'675). Lohnbestandteile über dem BVG-Maximum oder unter CHF 21’150 sind freiwillig (überobligatorisch) versichert. Zum Seitenanfang

Organisationsformen

Nur grosse Unternehmen und Institutionen können die berufliche Vorsorge in ihrer eigenen Pensionskassen abwickeln. Kleine und mittlere Arbeitgeber schliessen sich sogenannten Sammel- oder Gemeinschaftseinrichtungen an.

  • Gemeinschaftseinrichtungen werden von Verbänden für ihre angeschlossenen Mitglieder eingerichtet. Die einzelnen Anschlüsse werden in der Regel nicht getrennt, es besteht ein gemeinsames Vorsorgevermögen.
  • Sammeleinrichtungen stehen beliebigen, voneinander unabhängigen Arbeitgebern zur Verfügung. Jeder angeschlossene Betrieb bildet ein eigenständiges Vorsorgewerk.

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Pensionsversicherungsexperte

Jede Vorsorgeeinrichtung muss einen externen Pensionsversicherungsexperten beiziehen, welcher jährlich die technische Bilanz erstellt. Sie dient zur Beurteilung der versicherungstechnischen Lage der Pensionskasse. Zum Seitenanfang

Performance

Die Performance misst die Rendite einer Kapitalanlage. Allgemein unterscheidet man zwischen der geldgewichteten Performance (money weighted return MWR) und der zeitgewichteten Performance (time weighted return TWR). Während die zeitgewichtete Performance den Einfluss von Kapitalzu- und -abgängen eliminiert, berücksichtigt die geldgewichtete Performance diese Effekte. Da Zu- und Abgänge von Kapital nicht durch den Vermögensverwalter beeinflusst werden, verwendet man zur Messung der Leistung des Vermögensverwalters die zeitgewichtete Performance. Man unterstellt dabei, dass keine Kapitalein- und -abgänge stattgefunden haben. Die geldgewichtete Performance kann von der zeitgewichteten Performance abweichen. Falls Kapitalzugänge zu ungünstigen Zeitpunkten, nämlich zu Zeiten vorübergehend hoher Börsenkurse stattfinden, liegt die geldgewichtete Performance unter der zeitgewichteten. Falls Kapitalzugänge zu Zeiten vorübergehend tiefer Börsenkurse stattfinden, gilt das Gegenteil.
Outperformance: Entwicklung über einem Vergleichsindex (Benchmark) Underperformance: Entwicklung unter einem Vergleichsindex (Benchmark)Zum Seitenanfang

Revisionsstelle

Die Revisionsstelle prüft jährlich die Rechtmässigkeit

  • der Jahresrechnung und der Alterskonten
  • der Geschäftsführung, der Beitragserhebung und der Ausrichtung der Leistungen
  • der Vermögensanlagen

Die Revisionsstelle wird vom Stiftungsrat gewählt und berichtet diesem schriftlich über das Ergebnis ihrer Prüfung. Zum Seitenanfang

Risikomanagement

Das Risikomanagement umfasst alle Massnahmen im Umgang mit den versicherungstechnischen Risiken Tod und Invalidität. Dies beinhaltet zum Beispiel die Gesundheitsprüfung vor der Aufnahme in die Versicherung oder die Begleitung vorübergehend Arbeitsunfähiger durch das Care-Management. Zudem koordinieren sich die  Sozialversicherungsträger untereinander und berechnen Über- oder Unterversicherungen. Zum Seitenanfang

Risikorückversicherung

Die Risikorückversicherung trägt die Folgen von Invaliditäts- und Todesfällen. Sie finanziert die Invalidenrenten und die Leistungen für die Hinterbliebenen. Siehe auch Stop Loss-, Excess of Loss- und kongruente Rückversicherung. Zum Seitenanfang

Schattenrechnung

Das BVG ist als Rahmengesetz konzipiert und schreibt Minimalleistungen vor, deren Einhaltung mittels der so genannten Schattenrechnung überprüft wird. Somit muss für jeden einzelnen Versicherten nebst den tatsächlich versicherten Leistungen eine zusätzliche Rechnung über die gesetzlichen Leistungen geführt werden. Zum Seitenanfang

Sicherheitsfonds

Die Stiftung Sicherheitsfonds BVG ist eine nationale Einrichtung der beruflichen Vorsorge, welche mit dem Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) eingeführt wurde. Ihr Hauptzweck ist die Absicherung der Vorsorgeguthaben im Insolvenzfall. Seit dem Frühling 1999 fungiert sie zusätzlich als Zentralstelle 2. Säule und seit 2002 im Rahmen der bilateralen Abkommen mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union über die Freizügigkeit als Verbindungsstelle für den Bereich der beruflichen Vorsorge. Zum Seitenanfang

Splitting

Von einem Splitting der Vorsorge spricht man, wenn BVG-Teil und überobligatorischer Teil der Vorsorge unterschiedlich verzinst werden oder unterschiedliche Umwandlungssätze angewendet werden. Zum Seitenanfang

Stiftungsrat

Die berufliche Vorsorge wird ausserhalb der Firma in einer so genannten Stiftung abgewickelt. Deren oberstes Organ ist der Stiftungsrat, welcher für die Gesamtorganisation, die Einsetzung der Kontrollstelle, die Auswahl der Rückversicherung und der Abwicklung der Kapitalanlage verantwortlich ist. Zum Seitenanfang

Stock Picking

Auswahl einzelner Titel aus einem Anlageuniversum mit der Erwartung, dass dieser Titel den relevanten Gesamtmarkt oder Index über einen gewissen Anlagehorizont schlagen wird. Zum Seitenanfang

Stop Loss-Rückversicherung

Die Stop Loss-Rückversicherung deckt das Risiko einer Häufung von vielen Todes- und Invaliditätsfällen innerhalb einer bestimmten Periode ab. Die Vorsorgeeinrichtung übernimmt dabei einen fest definierten Selbstbehalt, darüber hinausgehende Leistungen trägt die Stop Loss-Versicherung. In Kombination mit einer Excess of Loss-Rückversicherung bietet dies hohe Sicherheit bei kostengünstigen Prämien.Zum Seitenanfang

Strategische Asset-Allokation

Aufteilung des Gesamtvermögens auf Anlagekategorien und Währungen und Festlegung von Bandbreiten für die einzelnen Asset-Klassen. Zum Seitenanfang

Swiss GAAP FER 26

Die 1. BVG-Revision verpflichtet die Vorsorgeeinrichtungen seit 1. Januar 2006 die Rechnungslegungsvorschriften nach Swiss GAAP FER 26 (Swiss Generally Accepted Accounting Principles, Fachempfehlungen zur Rechnungslegung) einzuhalten. Der Abschluss nach Swiss GAAP FER 26 soll die «tatsächliche finanzielle Lage» der Vorsorgeeinrichtung im Sinne der Gesetzgebung über die berufliche Vorsorge vermitteln. Zum Seitenanfang

Taktische Asset Allokation

Exakte Festlegung der kurz- bis mittelfristigen Struktur des Vermögens nach Anlagekategorien und Währungen. Zum Seitenanfang

Technische Grundlagen

Offiziell anerkannte Tabellenwerke, welche statistisch erhobene Invalidisierungs- und Todesfallwahrscheinlichkeiten, etc., enthalten und als Basis für die Berechnung von Risikoprämien und technischen Rückstellungen dienen.

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Technische Rückstellungen

Für das mögliche Eintreffen der Leistungsfälle Tod und Invalidität werden Rückstellungen gebildet. Als Berechnungsgrundlage dafür gilt die Wahrscheinlichkeit, mit der diese Leistungsfälle eintreffen. Zum Seitenanfang

Technischer Zins

Der technische Zins basiert auf der erwarteten, langfristig erzielbaren Rendite. Er beziffert die Annahme, wie hoch das rückgestellte Kapital (=Deckungskapital) während der laufenden Rentenzahlung verzinst werden kann. Bei gleicher Rente erfordert ein höherer technischer Zins ein tieferes Deckungskapital, ein tieferer technischer Zins ein höheres Deckungskapital. Zum Seitenanfang

Umwandlungssatz

Mittels Umwandlungssatz wird das Alterskapital bei Pensionierung in eine lebenslängliche Rente umgewandelt. Bei einem Kapital von CHF 100'000 und einem Umwandlungssatz von 6.8 % beträgt die jährliche Altersrente CHF 6'800. Zum Seitenanfang

Unterdeckung

Eine Unterdeckung besteht, wenn der Deckungsgrad (siehe Deckungsgrad) weniger als 100 % beträgt. Bei TRANSPARENTA kann die Vorsorgekommission bis zu einem Deckungsgrad von 90 % freiwillig bestimmen, ob es Sanierungsmassnahmen ergreifen will. Zum Seitenanfang

Unterschiede zwischen Sammelstiftungen von Versicherungen und unabhängigen Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen

  Lebensversicherer mit Kapitalgarantie Unabhängige Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen
Aufsicht Eidg. Finanzmarktaufsicht (FINMA) Bundesamt für Sozialversicherungen, kantonale Behörden
Gesetzliche Grundlage Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) Gesetz über die berufliche Vorsorge  (BVG)
Aktienquote Aktienquote 0 – 5 %

Direkte Anlage'

Aktienquote 15 – 30 %

Anlage via Bank''

Kapitalgarantie Im Ausmass der Solvabilitätsreserven (ca. 5%) Keine, jedoch obligatorisches Führen einer Wertschwankungsreserve von 10 % des Alterskapitals
Kosten Kapitalgarantie 1 % des gesamten Kapitals (gemäss Aussagen des Versicherungsverbandes) Keine
Vorgehen bei Zahlungsunfähigkeit Eidg. Sicherheitsfonds springt ein Eidg. Sicherheitsfonds springt ein
Verteilung der Überschüsse Intransparent
10 % der Gewinne gehen an die Versicherungen (Legal Quote)
Transparent
Alle Gewinne gehen an die Versicherten
Verwaltungskosten CHF 435 pro Versicherter gemäss FINMA 2015 CHF 190 bis CHF 350 pro Versicherter
Risikoprämien Volle Rückdeckung Oft Teilrückdeckungen, zum Teil im Ausland
Umwandlungssätze
Überobligatorium
Meist "Winterthur-Modell" mit 5.4 % Frauen und 5.8 % Männer. Trend gegen 5.0 % Verschiedene Modelle, meist höher oder gleich als Versicherung
Beispiele Swiss Life, Basler Versicherung, Helvetia ASGA, Swisscanto, TRANSPARENTA

' Wegen der nicht erlaubten Unterdeckung ist die Aktienquote tief. ''Die Kapitalgarantie sichert also nicht 100 % des Kapitals ab, sondern nur 5 %.

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Überobligatorium

Die berufliche Vorsorge besteht aus den BVG-Minimum und einem eventuellen überobligatorischen Teil. Der BVG-Teil umfasst den Lohnbereich von CHF 21'150 bis CHF 84'600, der überobligatorische Teil beinhaltet höhere oder tiefere versicherte Lohnteile sowie bessere Vorsorgepläne als das BVG vorschreibt. Auch alle Einzahlungen vor der Einführung des BVG, also vor 1985, sind überobligatorisch. Zum Seitenanfang

Überschüsse/Zinsgewinne

Von den erzielten Kapitalerträgen und Kursgewinnen werden zuerst die Altersguthaben der aktiven Versicherten und die Rentnerkapitalien verzinst. Der darüber hinaus verbleibende Betrag wird als Überschuss bezeichnet. Zum Seitenanfang

Überschussfonds/Freie Mittel

Sobald die Wertschwankungsreserve einer Vorsorgeeinrichtung voll aufgefüllt ist (gemäss Vorgaben des Stiftungsrates sind dies bei TRANSPARENTA 10 % des Vermögens), fliessen weitere Erträge automatisch in den Überschussfonds. Daraus können zum Beispiel Leistungsverbesserungen finanziert (Zusatzverzinsung) oder die Prämien reduziert (Beitragspausen) werden. Zum Seitenanfang

Vermögensverwaltung

Die berufliche Vorsorge basiert auf dem Kapitaldeckungsverfahren – für jeden Versicherten wird während der Erwerbstätigkeit das für die Altersleistungen erforderliche Kapital angespart. Zusätzlich schreibt das Gesetz mit dem so genannten Minimalzinssatz die Höhe der Verzinsung für die Altersguthaben vor. Somit ist die Erhaltung und Vermehrung des Vorsorgekapitals eine der zentralsten und verantwortungsvollsten Aufgaben der beruflichen Vorsorgeeinrichtungen. Zum Seitenanfang

Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG)

Dieses Gesetz regelt die Aufsicht des Bundes über Versicherungsunternehmen und Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler. Es bezweckt insbesondere den Schutz der Versicherten vor den Insolvenzrisiken der Versicherungsunternehmen. Zum Seitenanfang

Volatilität

Erwartete oder tatsächliche Schwankungsbreite der Renditen einer Kapitalanlage. Zum Seitenanfang

Vorsorgekommission

Jede Firma, welche sich einer Sammelstiftung anschliesst, bildet ein so genanntes Vorsorgewerk. Von jedem Vorsorgewerk wird eine Vorsorgekommission gebildet. Diese paritätisch von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gebildete Vorsorgekommission entscheidet über die Ausgestaltung der Leistungen und der Finanzierung, indem es den Vorsorgeplan bestimmt. Die Vorsorgekommission entscheidet weiter über die Verwendung und Verteilung der Überschüsse. Zum Seitenanfang

Wohneigentumsvorbezug

Die Wohneigentumsförderungsverordnung (WEFV) ermöglicht seit dem 1. Januar 1995 die Verwendung des Vorsorgekapitals zum Erwerb von Wohneigentum. Zum Seitenanfang

Wertschwankungsreserve

Nachdem die Altersguthaben verzinst sind, legen die Vorsorgeeinrichtungen aus den zusätzlich erwirtschafteten Überschüssen die Wertschwankungsreserve an. Damit können sie niedrige Anlageergebnisse infolge schlechter Finanzmarktverhältnisse ausgleichen. Zum Seitenanfang