Protokollauszug vom 30. März 2026
Die Blockade der Strasse von Hormus hat 10 % bis 15 % der weltweiten Erdölexporte, 20 % des Flüssigerdgashandels (LNG) und substantielle Ausfuhren weiterer Rohstoffe und essentieller industrieller Basismaterialien aus dem Nahen Osten zum Erliegen gebracht. Am härtesten trifft der wirtschaftliche Schock den asiatischen Kontinent. Doch auch Europa ist massgeblich betroffen, nachdem die frühere Abhängigkeit von Erdgaslieferungen aus Russland zu einem guten Teil durch Qatar ersetzt worden ist. Die Vereinigten Staaten sind im geringsten Ausmass von physischen Rohstoffengpässen bedroht, doch der Preisschock ist angesichts der globalen Integration der Rohstoffmärkte auch dort schmerzhaft spürbar.
An den Währungsmärkten hat die nachhaltige Dollar-Schwäche des letzten Jahres vor diesem Hintergrund vorerst ein Ende gefunden. Unter Druck geraten sind vor allem der Euro sowie die Währungen vieler Schwellenländer. Gegenüber dem US-Dollar hat auch der Schweizer Franken an Boden eingebüsst, in Relation zu den meisten anderen Währungen inkl. des Euro ist er aber seiner traditionellen Rolle als sicherer Hafen in Krisenzeiten ein weiteres Mal gerecht geworden.
Die übliche Flucht in die Sicherheit von Staatsanleihen, insbesondere jene der Vereinigten Staaten, ist dagegen ausgeblieben. Eine gewichtige Ursache dafür stellt der aus den Verwerfungen an den Energiemärkten erwartete Inflationsschock dar. So sind die marktimpliziten Inflationserwartungen im Dollar-Raum (Breakeven-Inflation) auf Jahressicht zwischenzeitlich auf über 5 % angestiegen und bewegen sich auf für die nächsten zwei Jahre auf über 3 %. Hoffnungen auf weitere USD-Leitzinssenkungen nach Übergabe des Vorsitzes des Offenmarktausschusses der US-Notenbank an einen neuen von Präsident Trump handverlesenen Vorsitzenden sind vorerst verpufft. Von Zentralbanken im Rest der Welt mehren sich Warnungen, dass baldige Leitzinserhöhungen nicht auszuschliessen sind.
Der Anstieg der Verfallrendite auf zehnjährige US-Staatsanleihen von 4 % auf bis gegen 4.5 % ist jedoch auch eine Folge des fiskalischen Schocks, der aus der geopolitischen Eskalation resultiert. Nachdem der oberste Gerichtshof Ende Februar das Zoll-Regime der Trump-Administration zu grossen Teilen für illegal erklärt und dem Finanzministerium damit eine lukrative Einnahmequelle entzogen hat, droht das aufgeblähte Staatsdefizit mit den Kosten des Krieges zusätzlich belastet zu werden. Darüber hinaus ist das Petrodollar-System unter Druck gekommen. Denn fehlende Einnahmen der erdölfördernden Staaten im Nahen Osten angesichts blockierter Energie-Exporte unterbinden die Wiederanlage im Markt für US Treasuries. Der Druck auf viele Drittstaaten, Reserven zur Finanzierung preislich eskalierender Energie-Importe zu liquidieren, hat die von Zentralbanken gehaltenen Bestände an US-Staatsanleihen im März bereits deutlich schrumpfen lassen. Im Sog steigender USD-Zinsen sind die Anleihenmärkte im Rest der Welt ebenfalls unter Druck geraten.
Auch Goldreserven bei Zentralbanken sind diesen Zwängen ausgesetzt. Der Anreiz, nach dem rapiden Preisanstieg der vergangenen Monate Gewinne zu realisieren, hat den Druck auf die Edelmetallnotierungen zusätzlich verschärft und vorerst verhindert, dass Gold seiner traditionellen Rolle als Krisenabsicherung gerecht werden konnte. Lediglich Schweizer Immobilienanlagen gelang es, sich von den Geschehnissen auf der Weltbühne weitgehend abzuschotten, und abgesehen vom börsenkotierten Segment im März positive Renditen zu verzeichnen.
Vor dem Hintergrund des geopolitischen Dramas ist die Korrektur an den Aktienmärkten bisher vergleichsweise moderat verlaufen. Bemerkenswert ist die Gegenbewegung zur markanten Outperformance des Rests der Welt und insbesondere der Schwellenmärkte gegenüber dem US-Aktienmarkt, welche das Vorjahr dominiert hatte. Angesichts der relativen Isolation und energetischen Autonomie der amerikanischen Volkswirtschaft ist dies folgerichtig.
Allerdings überrascht, dass die Gewinnerwartungen der Unternehmen bisher nicht nur keinen Schaden genommen, sondern sich im Gegenteil gemäss Konsensschätzungen der Analystengemeinde weiter verbessert haben. Die Bewertungen insbesondere an den Aktienmärkten der Schwellenländer und der Vereinigten Staaten haben somit stärker korrigiert, als es die Preisentwicklung allein suggeriert. Noch ist aber keineswegs gesichert, dass längerfristige wirtschaftliche Schäden ausbleiben und die Marktkorrektur bereits ein Ende gefunden hat.
Gemäss den Parametern der regelbasierten Rebalancing-Methodik besteht gegen Ende März eine Indikation für das Rebalancing des Portfolios ausgelöst durch eine Verletzung der oberen Bandbreite der Anlagekategorie Liquidität/Cash CHF. Der Abbau von Liquidität erfolgt zugunsten einer Reduktion des Untergewichts in der Anlagekategorie Aktien Fremdwährung. Darüber hinaus sieht die Anlagekommission keinen Anlass für Anpassungen an eingesetzten Anlageprodukten oder an der Komposition bzw. relativen Gewichtung von innerhalb einzelner Anlagekategorien verfolgten Sub-Strategien.
Zum Stichtag und vor dem Rebalancing präsentieren sich Schweizer Aktien (Large und Mid Caps) nahezu auf Strategiegewichtung, während Aktien in Fremdwährung im Anlageportfolio moderat untergewichtet sind. Obligationen in CHF und Fremdwährungen notieren jeweils nahe ihrer strategischen Quoten. Die Aussetzung gegenüber Schweizer Immobilienanlagen liegt moderat unter ihrem Strategiegewicht. Die Korrektur bei den Edelmetallen hat dazu geführt, dass die Goldposition im Portfolio ihr Übergewicht leicht reduziert hat.
In der Anlagekategorie «Obligationen Fremdwährung» werden die wichtigsten Währungen (CAD, EUR, GBP, JPY, USD) vollumfänglich gegenüber dem Schweizer Franken abgesichert.