Protokollauszug vom 30. Juni 2026

Eine Festigung des Waffenstillstands am Persischen Golf und das Eintreten auf Verhandlungen mit dem Ziel einer permanenten Beilegung des Konflikts zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten hat mit der Öffnung der Strasse von Hormus für den kommerziellen Schiffsverkehr zu einer raschen Entspannung an den Energiemärkten beigetragen. Zwar sind damit die strukturellen Verwerfungen nicht bereinigt und die Preise für Erdgas und viele raffinierte Produkte bleiben erhöht, doch der unmittelbare Inflationsdruck ist gebrochen.

Somit ist wenig überraschend, dass an den Zinsmärkten ein Aufatmen vernehmbar ist. Eine weitere Leitzinsanhebung der Europäischen Zentralbank bereits im Juli dürfte vom Tisch sein. Und vielen Marktteilnehmern fehlt der Glaube, dass die Federal Reserve der in den Raum gestellten Aussicht auf bis zu zwei Zinsschritte im Dollar-Raum in der zweiten Jahreshälfte tatsächlich Taten folgen lassen wird. In der Schweiz hat sich der Preisschock wie schon nach der Pandemie erneut deutlich weniger intensiv als in den umliegenden europäischen Ländern erwiesen, so dass die Schweizer Nationalbank in der Hoffnung auf einen schwächeren Franken an der Nullzinspolitik bisher festhalten konnte.

Insgesamt ist die Entspannung am Anleihenmarkt bei den mittleren und langen Laufzeiten jedoch verhalten ausgefallen. Im mittleren Laufzeitsegment ist das nicht zuletzt der eifrigen Emissionstätigkeit zuzuschreiben. Aufgrund des immensen Kapitalbedarfs im Zuge des Ausbaus der KI-Infrastruktur, welcher nicht mehr allein aus freien Cash Flows der Unternehmen finanziert werden kann, entwickelt sich der Technologiesektor zu einem immer bedeutenderen Schuldner. Am langen Ende der Zinskurven halten sich dagegen hartnäckig Sorgen über die fiskalische Gesundheit der entwickelten Volkswirtschaften.

Trotz des Abflauens der geopolitischen Spannungen und im Gegensatz zum Vorjahr behauptet sich der US-Dollar mit relativer Stärke. Dies mag nicht zuletzt dem Umstand geschuldet sein, dass sich der neue von Präsident Trump handverlesene Vorsitzende der amerikanischen Notenbank Kevin Warsh den Wünschen seines Dienstherrens nach tieferen Zinsen bisher nicht gebeugt hat. Zu schaffen macht der robuste Dollar allerdings den Edelmetallen. Da zusätzlich auch steigende Realzinsen für Gegenwind sorgen, bleibt der Goldpreis trotz anhaltender Käufe durch Zentralbanken in einer Korrekturphase gefangen.

Weiterhin von Euphorie geprägt zeigen sich die globalen Aktienmärkte – allen voran der US-Aktienmarkt mit seinen Technologieschwergewichten. Dass letzteren zunehmend die Bildung einer spekulativen Blase unterstellt wird, wird nicht allein durch Zweifel an der Nachhaltigkeit des Investitionsbooms um die künstliche Intelligenz genährt. Eine Massierung von grossen Börsengängen, wie sie sich gegenwärtig abzeichnet, hat bereits in der Vergangenheit vielfach ein längerfristiges Top an den Aktienbörsen markiert.

Gemäss den Parametern der regelbasierten Rebalancing-Methodik besteht kein Anpassungsbedarf. Die Anlagekommission sieht darüber hinaus keinen Anlass für Anpassungen an eingesetzten Anlageprodukten oder an der Komposition bzw. relativen Gewichtung von innerhalb einzelner Anlagekategorien verfolgten Sub-Strategien.

Zum Stichtag präsentieren sich Schweizer Aktien (Large und Mid Caps) moderat über ihrem strategischen Gewicht, während Aktien in Fremdwährung in Folge der ausgeprägten Markterholung im Anlageportfolio ein deutliches Übergewicht erreicht haben. Obligationen in CHF und Fremdwährungen notieren dagegen moderat unter ihrer jeweiligen strategischen Quote. Die Aussetzung gegenüber Schweizer Immobilienanlagen liegt weiterhin unter ihrem Strategiegewicht. Angesichts der Kurskorrektur bei den Edelmetallen ist das Gewicht der Goldposition unter den Strategiewert gefallen.

In der Anlagekategorie «Obligationen Fremdwährung» werden die wichtigsten Währungen (CAD, EUR, GBP, JPY, USD) vollumfänglich gegenüber dem Schweizer Franken abgesichert.

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